Weihnachten
Markt und Straßen stehn verlassen,
hell erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so friedlich aus.
An den Fenstern haben Frauen,
buntes Spielzeug fromm geschmückt.
Tausend Kindlein stehn und staunen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern,
bis hinaus ins freie Feld.
Hehres Glänzen, heilges Schauern,
wie so weit und still die Welt.
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit,
steigt wie wunderbares Singen,
O du gnadenreiche Zeit.
(J. v. Eichendorf)